Die Transformation vom chinesischen Drachen zu einem weltgrössten Datenkrake

by Ypsilons 378

Die chinesische Regierung plant das eigene Volk mit einem umfassenden “Sozialkreditsystem” zu überwachen. Damit will sie Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit fördern, um den ökonomischen und sozialen Fortschritt voranzutreiben. Dabei sollen “Vertrauensbrecher” hart bestraft werden.

Im Reich der Mitte entsteht momentan ein digitaler Datenkrake, was die zügellose Datensammelwut und den zukünftigen Umgang mit “Big Data” in einem bedenklichen Licht erscheinen lässt. Das chinesische Sozialkreditsystem soll gemäss Planung 2020 offiziell in Betrieb gehen. Ab diesem Zeitpunkt soll sich niemand der annähernd 1,5 Milliarden Einwohnern dem staatlichen Bewertungssystem mehr entziehen können.

Erziehung zum “guten” Menschen
Zhang Zheng, Leiter der Forschungsstelle für Chinas Sozialkreditsystem an der Universität Peking, ist ein wichtiger Vordenker und Theoretiker des chinesischen Sozialkreditsystems. Seine Denkweisse wurzelt in seiner eignen Sozialisierung, denn der Wirtschaftsprofessor hatte ursprünglich Mathematik und Naturwissenschaften studiert, was einen rationelle und analytische Denkweise voraussetzt. Der Umgang mit Menschen und mit gesellschaftlichen Problemstellungen erfordert jedoch eine breitere, differenzierter Betrachtungsweise, was eingefleischten Naturwissenschaftlern oftmals Mühe bereitet. In den Sozialwissenschaften gibt es eben nicht nur 0 oder 1, schwarz oder weiss, richtig oder falsch, Gut oder Böse — doch genau auf diesem vereinfachten dualen Denkmuster basiert das chinesische Sozialkreditsystem.

There are two kinds of people in this world: good people and bad people. Now imagine a world where the good ones are rewarded and the bad ones are punished — Zhang Zheng zitiert in Martin Maurtvedt, “The Chinese Social Credit System: Surveillance and Social Manipulation: A Solution to ‘Moral Decay’?“, Department of Culture Studies and Oriental Languages, University of Oslo, 2017, p. 1.

Zheng ist überzeugt, dass das chinesische Sozialkreditsystem, also eine Sozialisierung zum “guten” Menschen mit digitaler Hilfe, ein nachhaltiger Grundpfeiler für die moralische Ordnung der chinesischen Gesellschaft werden wird. Damit soll sich die Moral in der Gesellschaft verbessern. Ob die Alltagsmoral der Einwohner oder die Geschäftsmoral der Unternehmen, das System soll dafür sorgen, dass Regeln eingehalten werden (Axel Dorloff, “Chinas Weg in die IT-Diktatur“, SWR2 Wissen, 12.02.2018). Das hat insbesondere für den Einzelnen spürbare Konsequenzen: Gute Einwohner sollen belohnt und bevorzugt, schlechte mit drastischen Einschränkungen im täglichen Leben sanktioniert werden.

Aufbau und Funktion
Das Sozialkreditsystem basiert auf zentralisierte Datenbanken, in welchen beispielsweise Kranken- und Gerichtsakten, Onlineshopping oder Beiträge in sozialen Netzwerken sowie Internet-Suchanfragen, Reisepläne oder Einkäufe mit Kreditkarte oder den Bezahl-Apps abgespeichert und ausgewertet werden (Felix Lee, “China: Die AAA-Bürger“, Die Zeit, 30.11.2017). Algorithmen analysieren und gewichten diesen Datenhaufen, welcher schliesslich zu einem einzigen Punktestand verdichtet wird. Firmen und Institutionen haben dabei keine Wahl; sie werden gezwungen ihre Daten dem System zur Verfügung zu stellen. Viel Druck auf die chinesischen unternehmen wird kaum notwendig sein, gibt es doch bereits jetzt freiwillige Vorreiter, wie beispielsweise Alibaba mit Sesame Credit (mit über 450 Millionen aktiven Kunden), Tencent (Betreiber des erfolgreichen chinesischen Kurznachrichtendienstes WeChat) oder Baidu. Chinas privaten Internetkonzerne haben erklärt, die Kommunistische Partei Chinas dürfe sich ihrer Spitzentechnologien und Datenschätze bedienen, denn im Gegenzug winkt ihnen der Zugang zu bislang verschlossenen Regierungsdatenbanken (Kai Strittmatter, “Genosse Big Brother“, Das Magazin, Nr. 21, 27.05.2017).

Das Beispiel Sesam Credit zeigt, dass nicht nur die Zahlungsmoral sondern auch “Verhaltensvorlieben” und “persönlichen Netzwerke” die Kreditwürdigkeit beeinflussen kann. Gemäss Li Yingyun, Entwicklungschef von Sesame Credit, wird jemand, der zehn Stunden am Tag Video-Spiele spielt, als träge Person eingestuft; wer jedoch häufig Windeln kauft, ist aller Wahrscheinlichkeit nach ein Elternteil und nimmt daher ein höheres Mass von Verantwortung war (Axel Dorloff, “Sozialkredit-System: China auf dem Weg in die IT-Diktatur“, Deutschlandfunk, 09.09.2017). Ambitionierte Spieler riskieren somit einen Punkteabzug; verantwortungsvolle Personen erhalten jedoch eine Punktegutschrift. Ausserdem lohnt es sich Freunde mit hohem Punktestand um sich zu scharren, weil es die eigene Kreditwürdigkeit positiv beeinflusst. Wer jedoch mit Freunden mit tiefen Punktestand verkehrt, riskiert Punktabzüge (Felix Lee). Wer auf Partnersuche ist, kann mit einem hohen Punktestand werben, denn Sesame Credit arbeitet unter anderem mit Chinas grösster Online-Partnervermittlung Baihe zusammen. Das heisst jedoch, dass Personen mit niedrigem Punktestand zwangsläufig Single bleiben werden.

Moralische Vorbilder: Ronchengs "zivilisierte Familien" sind auf solchen öffentlichen Schautafeln zu bewundern. (Foto: Simina Mistreanu)

Moralische Vorbilder: Ronchengs “zivilisierte Familien” sind auf solchen öffentlichen Schautafeln zu bewundern. (Foto: Simina Mistreanu)

Testbetrieb bereits am Laufen
Nicht nur Firmen sind bereits kräftig am Daten sammeln, verarbeiten und auswerten. Rund drei Duzend chinesische Städte experimentieren mit verschiedenen Sozialkreditsystemen. Beispielsweise betreibt die rund 670’000 Einwohner umfassende ostchinesische Küstenstadt Rongcheng seit 2014 ein Sozialkreditsystem, welches als eigentliches Vorzeigeprojekt für ein chinaweites System gilt. Ein weiteres populäres System betreibt Shanghai mit ihrer Honest Shanghai App, welches auch Gesichtserkennung implementiert hat. Für die Registrierung wird mit der Mobile-Kamera das Gesicht erfasst und mit dem elektronischen Personalausweis verglichen und verifiziert. Kurze Zeit später hat der Benutzer einen ersten Punktestand auf seinem Display. Dieser Punktestand wird jeweils Ende Monat aktualisiert. Die für eine hohe oder tiefe Bewertung herangezogenen Sensoren und Faktoren sind geheim. Das System soll jedoch pro Person um die 3’000 Datenpunkte aus nahezu 100 staatlichen Datenquellen berücksichtigen (Rob Schmitz, “What’s Your ‘Public Credit Score’? The Shanghai Government Can Tell You“, NPR.org, 03.01.2017).

Auch wenn die einzelnen bewerteten Faktoren der Pilotprojekte geheim sind, soll das chinesische Sozialkreditsystem sich allgemein auf die Auswertung von vier übergeordneten Grössen konzentrieren:

  1. Kommerzielle Aktivitäten: Die kommerziellen Aktivitäten bilden die Basis des Systems, denn eines der Ziele der chinesischen Regierung ist mit dem System das Vertrauen im kommerziellen Bereich zwischen den Bürgern, aber auch zwischen den Bürgern und der Wirtschaft zu verbessern. Wer also seine Rechnungen pünktlich bezahlt, wird klar im Vorteil sein. Solche Systeme sind übrigens auch im Westen üblich (in Deutschland beispielsweise die Schufa). Die Chinesen gehen jedoch noch einen Schritt weiter: Wer ohne Fahrticket fährt, oder wer sich im Umgang mit Geld etwas zu Schulden kommen lässt, der darf in vielen Fällen bereits heute nicht mehr mit dem Schnellzug oder mit dem Flugzeug reisen. Allein im vergangenen Jahr wurde diese Strafe rund 6,7 Millionen Mal verhängt, so die offiziellen Angaben des Obersten Gerichtshofes.
  2. Wir haben das Sozialkredit-System in unserem Dorf nun schon seit einigen Jahren. Was immer wir auch tun, wir denken dabei an unsere Kreditpunkte. Wir unterstützen das Dorf, wo es geht. Wir machen sehr oft sauber und fegen die öffentlichen Flächen. Müll oder auch nur Gras vor die eigene Tür zu legen – das ist nicht erlaubt. Wenn einer diese Regeln nicht befolgt, gilt er als unehrlich. Wenn der Dorfvorsteher nach etwas verlangt, folgen wir. Wer alles sauber und in Ordnung hält, gilt als Vorbild. — zitiert in Axel Dorloff, “Sozialkredit-System: China auf dem Weg in die IT-Diktatur“, Deutschlandfunk, 09.09.2017.

  3. Soziales Verhalten: Egal ob offline oder online, das soziale Verhalten nimmt einen wichtigen Stellenwert bei der Beurteilung ein. Mit einem Belohnungs- und Bestrafungsmechanismus soll das System die Einwohner zu einem in den Augen der Regierung positiven Verhalten erziehen. Wer in Rongcheng beispielsweise anderen hilft oder sich engagiert, bekommt 5-10 Zusatzpunkte. Ähnlich ist es in Shanghai: Wer älteren Einwohnern oder Armen hilft, kann sich auch hier Zusatzpunkte erarbeiten — ob dies ein moralischer Fortschritt darstellt, kann berechtigterweise bezweifelt werden.
  4. Administrative Tätigkeiten: Das System wird auch die administrativen Abläufe vereinfachen, denn unberechtigte Hilfsanträge an die Behörden führen zu einem Punktabzug. Dies gilt insbesondere beim Einreichen von regierungskritischen Petitionen. Wer gar die Kommunistische Partei in den sozialen Medien kritisiert, muss sich nicht wundern, wenn er auf der schwarzen Liste landet. Anträge von Personen unterhalb einem gewissen Punktestand werden auf die lange Bank geschoben, wenn sie überhaupt noch bearbeitet werden. Im Gegenzug geniessen bereits heute Personen mit überdurchschnittlich hohem Punktestand eine bevorzugte Behandlung.
  5. Strafverfolgung: In Rongcheng ist die Strafverfolgung bereits integriert: Wer ein Rotlicht überfährt, dem wird unverzüglich 5 Punkte abgezogen; wer in betrunkenen Zustand fährt oder gar in einer Schlägerei verwickelt ist, kommt sofort auf die schwarze Liste. Der Punktestand fungiert quasi als eine Art Strafregisterauszug; die Einwohner in Rongcheng müssen ihren Punktestand regelmässig vorweisen: für eine mögliche Beförderung beim Arbeitgeber, für die Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei, für die Beantragung eines Kredits bei der Bank — nichts geht mehr ohne gute Bewertung.

Belohnen und bestrafen
Der Umfang der Belohnungen und der Strafen bei einem hohen bzw tiefen Punktestand ist momentan noch von System zu System unterschiedlich. In Rongcheng starten alle mit 1’000 Punkten, welcher dann je nach Verhalten der betreffenden Person zu- oder abnimmt. Die höchste Bewertung ist AAA, was mindestens 1050 Punkten entspricht; am anderen Ende der Skala befindet sich die Bewertung D, was einem Punktestand von unter 600 entspricht. Personen mit mindestens einer A-Bewertung stehen auf einer roten, solche darunter auf einer schwarzen Liste. Die auf der roten Liste werden bevorzugt behandelt: bei Zulassungen für Schulen, bei sozialen Leistungen oder auch beim Abschluss von Versicherungen. Die aus der C-Gruppe werden regelmässig kontrolliert und bekommen bestimmte Einschränkungen auferlegt. Das kann z.B. die Kürzung von sozialen Hilfen sein. Wer in der untersten D-Gruppe auftaucht, qualifiziert sich nicht mehr für Führungspositionen, bekommt bestimmte Leistungen gestrichen und verliert seine Kreditwürdigkeit (Axel Dorloff, “Sozialkredit-System“). Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das öffentliche Hervorheben von moralischen Vorbildern bzw. das Anprangern von “Vertrauensbrecher”. In der Regel werden Namen, Fotos, Identitätsnummern und in einigen Fällen sogar die Privatanschriften veröffentlicht. Die Mehrheit wird das momentan noch kaum beschäftigen, denn rund 90% der Einwohner in Rongcheng können ein A vorweisen (Simina Mistreanu, “China Is Implementing a Massive Plan to Rank Its Citizens, and Many of Them Want In“, Foreign Policy, 03.04.2018).

Bei Alibaba führt ein Punktestand über 600 zur Möglichkeit bei Einkäufen in dessen Online-Shop einen Kleinkredit von umgerechnet rund 5’000 Yuan (nicht ganz 650 Euro) aufzunehmen. Ab 650 Punkten braucht es für die Miete eines Leihwagens kein Depot mehr und bei gewissen Hotels bzw. Flughäfen können die Vorzüge einer VIP-Behandlung genossen werden. Ab 700 Punkten kann bei einer Reise nach Shanghai auf zusätzlichen Dokumente verzichtet werden und für eine Person mit mindestens 750 Punkten wird auf chinesischer Seite das Verfahren zur Beantragung eines Schengen-Visa schneller ausgeführt. Momentan scheint Sesame Credit noch auf Bestrafungen zu verzichten (Rachel Botsman, “Big Data Meets Big Brother as China Moves to Rate Its Citizens“, Wired, 21.10.2017).

Ich werde bestraft, weil ich für jemanden Dritten eine Kredit-Bürgschaft ausgestellt habe. Der Kredit wurde nicht zurückgezahlt und ich wurde bestraft. Als ich ein Flugticket kaufen wollte, habe ich keins bekommen. Daraufhin habe ich herausgefunden, dass ich grundsätzlich keine Tickets mehr kaufen kann. Das war im November 2016. Ich kann weder Flugtickets noch Fahrscheine für den Schnellzug kaufen. — zitiert in Axel Dorloff, “Sozialkredit-System: China auf dem Weg in die IT-Diktatur“, Deutschlandfunk, 09.09.2017.

Fazit
Die vielseitigen Belohnungen sollten nicht vor den immensen Risiken dieses Systems täuschen. In China wird momentan ein totalitäres Überwachungssystem etabliert, welches — je nach politischen Bedürfnissen — China schnell zu einem riesigen Gefängnis umfunktionieren könnte. Personen auf schwarzen Listen und Reisebeschränkungen vermelden, dass es sehr schwierig ist von diesen Listen wieder herunterzukommen (siehe auch Simina Mistreanu, “China Is Implementing a Massive Plan to Rank Its Citizens, and Many of Them Want In“).

Doch die Auswirkung werden sich womöglich nicht nur auf China beschränken. Auch wenn in demokratischen Staaten ein politisch gefärbtes Sozialkreditsystem eher unwahrscheinlich ist, so bedeutet dies noch lange nicht, dass in demokratischen Staaten tätige Firmen auf ein solches Geschäftsmodell verzichten wollen. China ist zwar das herausstechende Beispiel eines solchen Systems, doch ähnliche Ansätze sind international erkennbar. Unternehmen, welche die Kreditwürdigkeit von einer Person beurteilen, gibt es bereits seit langem. Wer kein Uber-Taxi mehr bekommt, hat sich womöglich mal in einem solchen übergeben (jedenfalls weiss Uber schon heute, wer ihrer Kunden einen One-Night-Stand hatten). Die dänische Firma Deemly zeigt exemplarisch auf, dass auch in westlichen Staaten ein Sozialkreditsystem “light” vermarktet werden kann. Sie bewertet die Vertrauenswürdigkeit von Personen aufgrund der Auswertung derer Aktivitäten auf sozialen Plattformen. In diesem Zusammenhang scheint die Episode “Nosedive” aus der technologie- und gesellschaftskritischen Serie “Black Mirror” prophezeienden Charakter zu besitzen. Ausserdem sollte nicht vergessen werden, dass international tätige chinesische Unternehmen, wie Alibaba, nicht nur von den chinesischen Staatsbürgern Daten erheben, sondern von all ihren Kunden (inklusive Geo-Daten). Mit den in Aussicht gestellten Belohnungen liefern die Kunden ihre Daten sogar freiwillig ab.

Weitere Informationen

  • Massenüberwachung und Sicherheit im Internet“, offiziere.ch, 12.01.2018.
  • TorBox ist ein relativ einfach zu bedienender, anonymisierender Router auf Basis eines Raspberry Pis. Dabei erstellt TorBox ein separates WLAN, welches die verschlüsselten Netzwerkdaten über das Tor-Netzwerk routet. Die Art des von Clients (Desktop, Laptop, Tablet, Mobile usw) und welches Betriebsystem auf dem Client installiert ist, spielt dabei keine Rolle.
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One Response to Die Transformation vom chinesischen Drachen zu einem weltgrössten Datenkrake

  1. Noch zur Ergänzung: Nicht alle westlichen Autoren sehen in Chinas Sozialkreditsystem ein Problem. Beispielsweise findet Marcus Hernig, welcher Sinologie, Germanistik und Geschichte studiert hat und als Associate Professor an der Zhejiang-Universität Hangzhou tätig ist, dass dieses System zur chinesischen Geschichte und Sozialkultur passt: Marcus Hernig, “Errichtet China eine Big-Data-Diktatur? Nein.“, Republik, 04.10.2018.

    Während Europäer, in der Tradition von Privatsphäre und Datenschutz, mit dem Sozialkreditsystem orwellsche Welten heraufdämmern sehen, fühlen sich Chinesen viel stärker bedroht von Korruptionszwang, Betrügern und dunklen Subjekten. Sie möchten, dass die verschwinden. Sicherheit, fairerer Wettbewerb und moralisch besseres Verhalten soll an deren Stelle treten. Das hat für sie Vorrang.

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