Zentralafrikanische Republik: Etwas Unterstützung von der EU

Besprechung zwischen französischen Soldaten und Einsatzkräften der MISCA am 17. Januar 2014.

Besprechung zwischen französischen Soldaten und Einsatzkräften der MISCA am 17. Januar 2014.

Als sich in der Zentralafrikanischen Republik ein Völkermord abzeichnete, entsendete Frankreich mit der Operation Sangaris rund 1’600 Soldaten. Auf Grundlage der Resolution 2127 des UN-Sicherheitsrats unterstützen die französischen Truppen die im Aufbau befindliche MISCA, welche Zivilpersonen schützen, die Situation stabilisieren und die staatliche Autorität über das gesamte Staatsgebiet wiederherstellen soll. Die MISCA verfügt momentan über rund 4’400 Soldaten aus Gabun, Tschad, der Republik Kongo und Kamerun, die aber noch bis auf 6’000 Soldaten aufgestockt werden soll.

Die französischen Truppen sind zunehmend mit der Situation in der Zentralafrikanischen Republik überfordert und baten deshalb bei der EU um Unterstützung. In einem Treffen der Aussenminister der EU-Mitgliedsstaaten am Montag, 20. Januar 2014 wurde entschieden, ein Kontingent von rund 500 EU-Soldaten zu entsenden. Da es sich dabei erst um einen politischen Grundsatzentschluss handelt, dem nun die militärisch Planungsphase sowie ein UN-Mandat folgen, sind momentan nur wenige Details bekannt. Die EU-Battlegroups, welche unter belgischer Führung Soldaten aus Deutschland, den Niederlanden, Luxemburg und Spanien beinhaltet, kommen – nicht zuletzt durch die Weigerung Deutschlands Truppen auf dem Territorium der Zentralafrikanischen Republik einzusetzen – wieder nicht zum Einsatz. Das Kontingent wird vielmehr von truppenstellenden EU-Mitgliedern spezifisch für den Einsatz zusammengestellt. Welche EU-Mitglieder tatsächlich Truppen stellen werden, ist noch ungewiss. Anscheinend hat bis jetzt nur Malta 55 Soldaten zugesagt. Weitere Kräfte könnten von Griechenland, Polen, Schweden, Norwegen, Belgien und mehrere baltische Staaten gestellt werden. Was die Truppenstärke angeht, wurde ein unteres Limit angepeilt, denn erwartet wurde eigentlich ein Kontingent von bis zu 1’000 Soldaten.

Deutschland wird sich an der Operation nur logistisch beteiligen – das jedoch nicht zu knapp. Insgesamt wird die Deutsche Luftwaffe vermutlich vier der sechs Airbus A310 zur Verfügung stellen: zwei für Material- und Truppentransport, einen für Luftbetankung und einen als Medevac (Quelle: “Erster Einsatz für Eingreiftruppe: EU beschließt Militärmission in Zentralafrika“, Spiegel Online, 20.01.2014).

Die Unterstützung der EU soll befristet werden, bis die angestrepten 6’000 Soldaten der MISCA in der Zentralfrikanischen Republik einsatbereit sind.

Weitere Informationen

  • Aktuelle Informationen zur Operation Sangaris: auf französisch.
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