Book recommendation: War is Boring

War is BoringWar is Boring” is a new graphic novel by David Axe and Matt Bors. David Axe has been writing articles for offiziere.ch for about two years. He is a freelance war correspondent based in South Carolina, who reported in the past from Iraq, Lebanon, East Timor, Afghanistan, Somalia, Chad and other conflict zones. In September 2010 he is going to travel to the Democratic Republic of the Congo to report from there and to write a new graphic novel. Matt Bors is a nationally syndicated editorial cartoonist and illustrator based in Oregon. He is in Afghanistan at the moment with two other cartoonists, Ted Rall and Steven Cloud posting sketches and comics to his blog every day. I like David’s stories and Matt’s drawings. Together they released “War is Boring” about David’s trips, his experiences and his mixed feelings about it. “War is Boring” could be the unofficial successor of David’s first graphic novel “War Fix“, drawed by Steven Olexa. The story in “War Fix” impressed me but I didn’t like the drawing that much. This is different from “War is Boring”: David and Matt are together a great combination. The question first arose in “War Fix” is still the same: why is David that addicted to war zones? Did he choose war or was he chosen by the war? Maybe he regularly needs a kick of adrenaline, by the way a typical syndrome, also known in other jobs with extreme peaks of danger, pressure and uncertainty. Like a firefighter needs serious fires from time to time or a paramedic has to have a major disaster, David is attracted to war torn countries. It’s not because he loves war, it’s because in situations of deadly danger, he feels alive. An excellent expression of such a situation is displayed on front cover of his book: he is the quiet eye of the storm in the middle of a battleground. In his graphic novel he describes the thrilling experiences reporting from the middle of an ongoing war. This excitement has its price: back home he noticed the boring normality. By carefully reading this novel, you will recognize that the situation can not only be described in terms of “black or white”. Most part of the time in Iraq he felt bored. In Libanon the situation was calm and back then the UNIFIL troops were more interested in easy lifestyle then in their duty. East Timor seems to have been a very depressing experience, in Afghanistan the corruption was disillusioning and to take the girlfriend to Somalia wasn’t maybe the best idea. David tells us: “War is Boring”, but peace is stultifying.

When I dedicated myselfe to a hobby or a job, I plunged myselfe completly into it – for example, my old passion for information technology. I went to all the underground meetings and spent my time doing things which, maybe, weren’t always smart. Due the fact that information technology has become very common today, the appeal has disapeard and maybe because of that I felt also a little bit bored about it. Five years ago I found my new interest in security, foreign and military policy. In view of this I have been searching for a mission or a job abroad for two or three years. When I was finally a week in Libanon this spring (yes, I call that holidays), maybe I felt also a little bit like what David described in his book. Of course, Libanon is today most of the time a safe place, but it’s another culture, and unknown situations have their own thrill. Was my trip to Lebanon perhabs my own first step, my first harmless dose of addiction to conflict zones? I hope, I will be able to answer this question by next year. Anyway, I would recommend “War is Boring” to all who are thinking about going to a military or civil mission abroad because David and Matt give you a good first impression about. The story shows you an inside view of a “Youth Who Went Forth to Learn What Fear Was“. I’ve already heard that when someone takes part in a dangerous mission or witnesses an assault, their personality could change. Perhabs David’s story in this graphic novel will finally prove that to you.

“War is Boring”: bored stiff, scared to death in the world’s worst war zones, 135 pages, available at Amazon.

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Willkommen Thomas Schäubli / Quicknews

Ich bin sehr erfreut, Thomas Schäubli als neuer Gastautor auf offiziere.ch begrüssen zu können. Thomas ist Student an der Universität Zürich. Er interessiert sich für grundlegende Aspekte der internationalen Politik, Thomas_Schaeubliinsbesondere die Entwicklung des Staatensystems, internationale Sicherheitspolitik, und internationale Kooperation. Sein regionaler Schwerpunkt liegt auf Europa und Ostasien. In seiner Masterarbeit hat er sich mit der regionalen Sicherheitsdynamik im Südchinesischen Meer beschäftigt. Thomas unterhält seinen eigenen Blog und ist Mitglied der Arbeitsgruppe für Sicherheitspolitik (AG SIPO) an der Universität Zürich. Für Anregungen und Anfragen steht er gerne unter seiner Emailadresse zur Verfügung.

Ich hoffe, dass ich im Verlauf des Septembers noch einen weiteren, deutschsprachigen Gastautor für offiziere.ch gewinnen kann. Möchten auch Sie mit ihren Beiträgen offiziere.ch bereichern, dann nehmen Sie am besten mit dem Administrator Kontakt auf.

Wer heute die Sonntagszeitung liesst, reibt sich angesichts der Aussagen von Bundesrat Ueli Maurer einmal mehr die Augen. Nicht einmal zwei Jahre sind vergangen, als er noch überschwänglich bekannt gab, er wolle dafür sorgen, dass die Schweiz die “beste Armee der Welt bekomme” (Der Bund, “Maurer: ‘Ich liebe dieses Land’“, 11.12.2008). Natürlich haben wir bereits damals aufgezeigt, dass dieses Vorhaben zum Scheitern verurteilt ist. Passiert ist in den letzten zwei Jahren nicht viel. Beispielsweise wurde die sich langsam erholende Logistik mit der Einführung des Logistikinformationssystem Log@V wieder empfindlich zurückgeworfen und die Situation beim Berufspersonal ist nach wie vor bedenklich, weiter verschärft durch ein im Juli verhängter Personalstopp (vgl.: “Einstellungsstopp in der Schweizer Armee“, NZZ, 14.07.2010). Nach dem Verzicht auf den Tiger Teilersatz denkt Maurer darüber nach eine Kreative Lösungen sind gefragt ;-)Volksabstimmung zu lancieren, welche einen fixer Prozentsatz des Brottoinlandproduktes (er spricht von 1%) der Armee zuweisen soll. Sollte er das für die Armee notwendige Geld nicht erhalten, so werde er das Departement wechseln. Bravo, Herr Maurer – was passiere wohl, wenn alle ihre Unterstellten in der Armee so denken würden und bei unüberwindbaren Konflikten zwischen Auftrag und Mittel Fahnenflucht begehen würden? Bereits vor 5 Jahren wies der nun zum Rücktritt gedrängte Rüstungschef, Divisionär Jakob Baumann an der Veranstaltung “Chance Miliz” darauf hin, dass die Armee unterfinanziert sei. Bundesrat Christoph Blocher entgegnete ihm brüsk, es gäbe schliesslich auch noch die Option, dass es keine Mittel mehr für die Armee gäbe. Das Problem liege bei der Armee mit den verfügbaren Mittel das Ziel zu erreichen. Wenn die Politik sich tatsächlich gegen eine ausreichende Finanzierung der Armee ausspricht, müssten womöglich gestützt auf den neuen Sicherheitspolitischen Bericht Aufträge gestrichen oder auf andere Instrumente der Sicherheitspolitik bzw. den Zivildienst umgelagert werden. Gemäss Samuel Werenfels, Leiter des Zivildienstes könnte der Zivildienst “[s]ämtliche Hilfeleistungen an zivile Behörden oder Veranstalter, die nichts mit Sicherheit zu tun haben [übernehmen]. Das betrifft vor allem die Hilfe bei zivilen Grossveranstaltungen, beispielsweise Skiweltcuprennen, Eidgenössische Jodlerfeste, den Aufbau der WEF-Infrastruktur.”

Es geht darum, dass ich am Schluss die Verantwortung für diese Armee und ihre Soldaten trage. Und diese kann ich nicht mehr übernehmen, wenn man nicht bereit ist, den Soldaten die Ausbildung und die Ausrüstung zu geben, die sie befähigt, ihren Auftrag zu erfüllen. Dann muss ich ja wohl das VBS abgeben. Und jemand muss dieses übernehmen, der glaubt, das verantworten zu können. — Bundesrat Ueli Maurer zitiert in Joël Widmer und Denis von Burg, “Man könnte die Schuldenbremse neu definieren“, Sonntagszeitung, 29.08.2010.

 
Update vom 29.08.2010
Es wird je länger desto besser: nach Aussagen von Korpskommandant Markus Gygax, Kommandant der Luftwaffe in der Zeitschrift Sonntag brauche die Schweiz im laufenden Jahrzehnt dringend ein Raketenabwehrsystem. Da ein Alleingang schwierig wäre, sollte in erster Linie eine Zusammenarbeit im europäischen Verbund angepeilt werden.

Nehmen Sie die Taliban. Das ist auch eine Art Organisation. Diese Organisationen wollen auch wirtschaftlichen Nutzen aus ihren Operationen ziehen. Mit entsprechender Bewaffnung kann man eine Bedrohung aufbauen und andere erpressen. Damit müssen wir uns auseinandersetzen. — Korpskommandant Markus Gygax zitiert in Othmar von Matt, “Raketenabwehr für die Schweiz“, Sonntag, 28.08.2010.

Ach, guck an, die Taliban könnten die Schweiz in absehbarer Zeit aus einer Entfernung von über 4’500km mit Intermediate Range Ballistic Missile (IRBM) bedrohen, wie sie derzeit eigentlich nur Indien operationell hat? Wieso steht darüber eigentlich nichts im Jahresbericht 2009 des Nachrichtendienstes des Bundes (vgl. auch: Innere Sicherheit der Schweiz 2009/2010)? Richtig: weil es sich dabei um unausgegorene Hirngespinste handelt.

Update vom 30.08.2010
CVP-Präsident Christophe Darbellay kommentiert die Aussagen von Bundesrat Ueli Maurer in einem Interview im Blick (ich nehme den Blick zwar ungern als Quelle, aber manchmal lässt es sich nicht umgehen ;-) ): Henry Habegger, “Maurer macht unsere Armee kaputt“, Blick, 30.08.2010.

Update vom 31.08.2010
Der Leiter des Berliner Informationszentrums für Transatlantische Sicherheit (BITS), Otfried Nassauer kommentiert die Aussagen von Korpskommandant Gygax in einem Interview mit dem Tagesanzeiger: Christof Münger, “Schweiz braucht weder neue Jets noch eine Raketenabwehr“, Tagesanzeiger, 31.08.2010.

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Der Bundesrat im Sinkflug – Sicherheitspolitik der Schweiz führungs- und konzeptlos

Könnten neue Ehrenmitglieder der GSoA sein.Am Mittwoch, 25. August 2010 hat der Bundesrat beschlossen, dass auf den Kauf neuer Kampfflugzeuge aus finanziellen Gründen vorerst verzichtet wird (oder diplomatischer ausgedrückt: die Beschaffung wird verschoben). Bis spätestens 2015 soll über eine Beschaffung erneut entschieden werden – die Beschaffung selber soll aber erst um 2020 erfolgen. Es ist zu befürchten, dass bei einer solchen zeitlichen Verschiebung eine neue Gesamt- oder Teilevaluation durchgeführt werden muss und die 4 Millionen SFr der bereits erfolgten Evaluierung wohl als “zum Fenster hinaus geworfen” bezeichnet werden kann. Rein theoretisch könnte bei der nächsten Evaluation auch der Lockhead Martin F-35 Lightening II als möglicher Kandidat gelten. Da jedoch die drei jetzigen Anbieter mit grösster Wahrscheinlichkeit weiterhin am Ball bleiben, wird der letzte Teil unserer Artikelserie über die evaluierten Kampfflugzeuge für den Tiger Teilersatz – denjenigen über den Eurofighter – wie geplant in den nächsten 1-2 Wochen veröffentlicht. Als Reaktion auf den Entscheid, hat der Verein Sicherheitspolitik und Wehrwissenschaft (VSWW) ein Communiqué veröffentlicht, welches meiner Meinung die Situation in der Armee sowie in der Schweizer Sicherheitspolitik gut wiedergibt.

Der Entscheid, den Tiger-Teil-Ersatz erneut aufzuschieben, ist symptomatisch für die sicherheitspolitische Orientierungslosigkeit des Bundesrates. Wer nicht weiter weiss, schiebt Entscheide vor sich her. Der Verein Sicherheitspolitik und Wehrwissenschaft (VSWW) stellt fest, dass der Bundesrat daran ist, seine Glaubwürdigkeit in Sachen Sicherheit der Schweiz zu verspielen.

Wir erleben zurzeit eine fatale Führungskrise unserer Sicherheitspolitik. Die ganze Strategiefindung und Planungskaskade von Sicherheitspolitik und Armee sind ungenügend aufgesetzt. Während die Armee verlottert, weiss der Bundesrat offensichtlich nicht weiter. Man schiebt Entscheide auf, legt widersprüchlicher Papiere vor und zeichnet schon wieder Bataillone und Brigaden, bevor ein vom Parlament abgesegneter Armeeauftrag vorliegt. Sicherheitsexperten orten zu Recht einen eklatanten Mangel an Orientierung und an Führungsfähigkeit, der sich am Kampfflugzeuggeschäft am deutlichsten offenbart. Die lange Zeit mustergültige schweizerische Sicherheitspolitik befindet sich im Sinkflug. Das Vertrauen in die Führung und die Führungskompetenzen dürfte nicht nur in der Wahrnehmung des In-, sondern auch des Auslandes an einem historischen Tiefpunkt angelangt sein. Während die Wehrpflichtigen der Armee davonlaufen, zankt man sich in Parteien bis hinauf in den Bundesrat um die Ausrichtung der Armee. Während die Teilstreitkraft Heer schon verlottert ist, droht das nun auch der Luftwaffe.

Der VSWW kritisiert insbesondere den Bundesratsentscheid, der Armee die notwendigen Mittel zu verweigern. Ohne Einstieg in die neue Kampfflugzeuggeneration kann zuerst die Luftwaffe, dann die ganze Armee ihren verfassungsmässigen Auftrag nicht mehr erfüllen. Entweder gibt der Bundesrat der Armee die Mittel, die sie braucht, oder man streicht ehrlicherweise die Aufträge zusammen. Konkret würde dies mittelfristig die Aufgabe der Luftverteidigung und des Luftpolizeidienstes bedeuten. Seit dem Ersten Weltkrieg kann keine moderne Armee mehr auf ihren Luftschirm verzichten. Der Bundesrat liefert den Armeeabschaffern eine Steilvorlage.

Der VSWW bedauert sodann den Abgang des Rüstungschefs Divisionär Jakob Baumann. Mit dem erzwungenen Rücktritt von Baumann verliert die Armee einen ihrer profiliertesten Denker.

Weitere Informationen
Interview mit Markus Gygax, Kommandant der Schweizer Luftwaffe: Matthias Chapman, “Luftwaffenchef: Nur die Schweiz ist nicht ständig in Alarmbereitschaft“, Tagesanzeiger, 26.08.2010.

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War, States, and Technology

by Thomas Schaeubli

Anyone would agree that technology is an important aspect on the battle field and that technological advancements today are rapid and fundamental. I’d like to highlight in this post that advancements in military technology do not just change the way we fight, but also the way our world is organized.

From the Middle Ages on, the European state system was driven by two developments, namely the external and internal consolidation of the states as we know them today.

Europe, 1708

The external, territorial shape of states came into being as some rulers started to eliminate their rivals and established their sovereignty over an increasing territory. Simply spoken, they conquered who they could and stopped when they met an equal. Ultimately, the European state system took the shape it still more or less has today.

Internally, rulers incrementally deepened the way they administered the territory they ruled. They started as regional war lords, giving no respect to local people. Later, more and more societal groups became involved in national politics, and the state offered ever more services to its people. Finally, the people themselves were the rulers, being democratically elected politicians.

Rulers were incentivised to expand their power by the competitive character of the international system. To guarantee their survival, they expanded and consolidated their rule. Because no-one protects them, they acquired an ever increasing amount of power, until the European state system stabilised in the form it pretty much still has today.

Reislaeufer

The fundamental driving force behind the development of the states has to be seen in new technologies of warfare. When knights ruled the battlefields, many individuals could allow to hire some of them – out came the fragmented world of the Middle Ages. With pikes and bows, more men were needed, and less rulers could afford to success in the struggle. A first round of competitors, so to speak, was eliminated. After the invention of fire-weapons, only the rulers of national societies could mobilize enough fighters. Ultimately, the totalitarian wars of the Twenty-first century could only be fought by totalitarian societies.

To mobilise ever more troops, upcoming nationalist trends were instrumentalised and states became nations. To gratify the increasing masses on duty, rulers were forced to bargain with them. The result were social security systems, the inclusions of societal groups in domestic politics, and ultimately universal suffrage.

Musketeer

In sum, looking to protect themselves and to consolidate their power, rulers unintentionally created the state system as we know it. They established how states are organized internally, how they interact, and how they understand international security.

Thus, however directly or indirectly, technology is the fundamental explanatory variable behind our state system and its interaction. The organizational structure of Europe, and ultimately the world, can be attributed to developments in weapon systems. Sure this argument is strongly simplified, but it is not without merits.

Global Hawk

That said, it becomes clear that much thought and consideration should be given not just to how technology changes battle fields, but how it changes politics, too. The increasing precision of today’s weapons, the fact that ever less human are needed in future battles – how will these aspects change the way the international political arena will be organized? Will non-state actors be empowered? Will technology free human resources to both fight and prosper? Will it increase the gap between the high-tech haves and the have-nots?

Much of the discussion about the changing nature of international politics is rooted in lofty, philosophical thinking that has few appeal to many of us. The understanding of technology as a main driving force behind the political organization of mankind should give incentives to a fresh group of people to think about these topics. What is needed is knowledge of both technological advancements and historical facts. What is possible is nothing less than to gain a glimpse into our future.

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Wikileaks – Herausforderung für Geheimniskrämer

Julian Assange im Juli 2010 mit einer Ausgabe des Guardians.Wikileaks schlug dieses Jahr bereits zwei Mal medienwirksam zu. Im April wurde das schockierenden Video “Collateral Murder” veröffentlicht, in dem zu sehen ist, wie aus einem US-amerikanischen Apache-Helikopter am 12. Juli 2007 in New Baghdad eine Gruppe von Personen mit der Bordkanone (M230 Cain Gun, Kaliber 30mm) beschossen wird. Die Personen wurden verdächtigt, mindestens eine Panzerfaust (Rocket Propelled Grenade, RPG) mitzuführen und sich hinter einer Hausecke auf einen Angriff vorzubereiten (siehe 2:34 bei der Vollversion bzw. 4:13 bei der Kurzversion), was als direkte Bedrohung für die Helikopterbesatzung gewertet werden kann. Nachträglich stellte sich heraus, dass die Männer keine Panzerfaust mit sich führten, sondern dass es sich dabei um die Fotokameras der beiden Journalisten von Reuters handelte. Die beiden Journalisten waren aus der Luft nicht als solche erkennbar. Als sich ein Kleintransporter näherte und zwei Männer einen Verletzten in das Fahrzeug zu ziehen versuchten, wurden auch diese Personen und das Fahrzeug beschossen. Im Fahrzeug befanden sich zwei Kinder, was jedoch aus der Luft nicht erkennbar war. Durch den Beschuss wurden insgesamt 12 Personen getötet – inklusive die beiden Journalisten – und die beiden Kinder schwer verletzt.

Ende Juli wurde die vorhergehende Veröffentlichung durch die Publizierung von 76’000 Dokumente über den Krieg in Afghanistan zwischen 2004 und 2010 unter dem Namen “Afghan War Diary” noch übertroffen. Nicht alle, aber viele Dokumente sind als geheim klassifiziert. Diese Dokumente wurden dem Guardian, der New York Times und dem Spiegel vor der Veröffentlichung zugänglich gemacht und medienwirksam von diesen drei News-Unternehmen gleichzeitig am 25. Juli 2010 auszugsweise publiziert. Es handelt sich dabei um die bisher grösste Menge an geheimen Dokumenten, welche unberechtigt an die Öffentlichkeit gelangt ist. Die Veröffentlichung von weiteren 15’000 Dokumenten, welche unter Umständen Hinweise auf Informanten enthalten, soll in einigen Wochen folgen. Ein Sprecher der Taliban liess verlauten, dass die veröffentlichten Dokumenten nach Informantennamen durchsucht und dass diese Informanten bestraft würden (Quelle: Jonathan Miller, “Taliban hunt Wikileaks outed Afghan informers“, Channel 4, 30.07.2010). Die veröffentlichten Dokumente zeigten unter anderem auf, dass der pakistanische Inter-Services Intelligence (ISI) ein doppeltes Spiel mit den Taliban und den USA führt. Ausserdem soll aus Sicht der Koalitionstruppen die iranische Regierung einer aus früheren afghanischen Regierungsvertretern und Taliban gebildeten Kampfgruppe 100’000 Rupees (1740 US-Dollar) für jeden getöteten Soldaten und 200’000 Rupees (3481 US-Dollar) für jedes getötete afghanische Regierungsmitglied angeboten haben (betreffend iranischer Hilfe an die Taliban siehe auch Bill Roggio, “Taliban commander linked to Iran, al Qaeda targeted in western Afghanistan“, The Long War Journal, 21.10.2010). Weiter werden in den Dokumenten 144 Zwischenfälle der auf “kill or capture” spezialisierten Task Force 373 festgehalten, welche insgesamt zu 195 Toten führten. Das Problem bei diesen unverifizierten Rohdaten liegt darin, dass der tatsächliche Wahrheitsgehalt schwer abzuschätzen ist. Ausserdem bringen die Dokumente insgesamt gesehen keine revolutionär neuen Tatsachen ans Tageslicht:

I’d say that so far the documents confirm what we already know about the war: It’s going badly; Pakistan is not the world’s greatest ally and is probably playing a double game; coalition forces have been responsible for far too many civilian casualties; and the United States doesn’t have very reliable intelligence in Afghanistan. — Blake Hounshell, “The logs of war: Do the Wikileaks documents really tell us anything new?“, Foreign Policy, 25.07.2010.

Wikileaks existiert seit 2006 und stellte sich Ende 2008 bzw. 2009 am Chaos Communication Congress (3C) in Berlin vor, von denen offiziere.ch ebenfalls berichtet. Bei den Vorträgen des Wikileaks Mitbegründer und Sprecher Julian Assange und des Deutschlandsprecher Daniel Schmitt wurden einige Prinzipien von Wikileaks und einige technische Grundlagen vorgestellt (Videomitschnitt von 2008 bzw. 2009 ). Grundsätzlich geht es Wikileaks um den absolut freien Zugang zu Informationen, also um völlige Transparenz. Wikileaks bietet zum Schutz der Anonymität der Informanten eine verschlüsselte und anonymisierte Uploadmöglichkeit von klassifizierten Daten an. Vor der Veröffentlichung werden Metadaten in den Dokumenten entfernt, welche eine Rückverfolgung ermöglichen könnten. Zur Anonymisierung der Uploads nutzt Wikileaks unter anderem Tor. Eigentlich ein Widerspruch in sich ist, dass Wikileaks zwar sehr Julian Assange und Daniel Schmittfleissig klassifizierte Dokumente veröffentlicht, dass die Organisation jedoch selber sehr intransparent ist. So sind die genauen Mechanismen, wie die Echtheit von Dokumenten überprüft wird, nicht bekannt. Ebenso ist die Zusammensetzung des Advisory Board und die Verwendung der finanziellen Mitteln unklar. Die Federation of American Scientists (FAS) lehnte WikiLeaks’ Einladung dem Advisory Board beizutreten ab und begründete dies durch das Fehlen redaktioneller Kontrolle, dem möglichen Eingriff in die Privatsphäre und dem möglichen Angriff auf den guten Geschmack. Die FAS sieht in Wikileaks eine Missbrauchsgefahr, da jedermann anonym, ungeprüfte Dokumente veröffentlichen könne (vgl.: Steven Aftergood, “Wikileaks and Untraceable Document Disclosure“, Secrecy News, 03.01.2007).

Die Personen hinter Wikileaks sehen hinter einer verstärkten redaktionellen Bearbeitung oder in einer Selektion der Dokumente (beispielsweise bei der Frage, ob ein Dokument überhaupt relevant sei, ob die Privatsphäre einer Person verletzt sein könnte oder ob moralische Bedenken eine Veröffentlichung in Frage stellen könnte) bereits eine Form von Zensur. Deshalb veröffentlicht Wikileaks grundsätzlich alle Dokumente. Damit wird jedoch gleichzeitig jegliche Verantwortung auf den Informanten abgeschoben. Da es auch ein gewisses Recht auf Privatsphäre gibt, fällt dieses Vorgehen sogar bei einigen Zensurgegnern auf Kritik. Diese umstrittene Haltung kommt sehr gut in einer Diskussion von Daniel Schmitt mit dem Team des Küchenradio zur Geltung. Nach der Veröffentlichung der 76’000 Dokumente über den Krieg in Afghanistan kritisierten Amnesty International, Campaign for Innocent Victims in Conflict, Open Society Institute, Afghan Independent Human Rights Commission und das Büro der International Crisis Group in Kabul, dass Wikileaks die Rohdokumente mit Namensnennungen veröffentlichte und damit die Sicherheit dieser Personen gefährde.

We have seen the negative, sometimes deadly ramifications for those Afghans identified as working for or sympathizing with international forces. We strongly urge your volunteers and staff to analyze all documents to ensure that those containing identifying information are taken down or redacted. — Jeanne Whalen, “Rights Groups Join Criticism of WikiLeaks“, The Wall Street Journal, 09.08.2010.

Wikileaks zeigt eindrücklich die faktische Unmöglichkeit Informationen geheim zu halten auf, wenn theoretisch jeder anonym und verschlüsselt geheime Daten Wikileaks zuspielen kann. Damit wird die Schwelle für organisationsinternen Indiskretionen erheblich gesenkt. Das Video “Collateral Murder”, die 91’000 Dokumenten zum Krieg in Afghanistan und weitere Dokumente sollen Wikileaks angeblich vom 22-jährige Private Bradley Manning zugespielt worden sein. Er arbeitete als nachrichtendienstlicher Analyst bei der US-Army in Baghdad und hatte Zugriff auf eine Vielzahl klassifizierter Dokumente. Die Hauptmotive für seine Tat sollen eine zunehmende Unzufriedenheit mit der US-amerikanischen Aussenpolitik und mit seinem militärischen Beruf gewesen sein. Manning wurde auf Grund von Gesprächen mit Adrian Lamo, einem Journalisten und ehemaligen Hacker verhaftet (für mehr Informationen über Manning vs. Lamo siehe das Video am Ende des Artikels). Momentan erhält Wikileaks rund 30 Uploads täglich. Von der Arbeitsweise stellt Wikileaks für alle Organisationen mit geheimen Informationen eine nicht zu unterschätzenden Gefahr dar.

The possibility that current employees or moles within DoD or elsewhere in the US government are providing sensitive or classified information to Wikileaks.org cannot be ruled out. The claim made by Wikileaks.org that former US government employees leaked sensitive and classified information is highly suspect, however, since Wikileaks.org states that the anonymity of the whistleblowers or leakers is one of its primary goals. [...] Web sites such as Wikileaks.org use trust as a center of gravity by protecting the anonymity and identity of the insiders, leakers, or whistleblowers. The identification, exposure, termination of employment, criminal prosecution, legal action against current or former insiders, leakers, or whistleblowers could potentially damage or destroy this center of gravity and deter others considering similar actions from using the Wikileaks.org Web site. — Michael D. Horvath, “Wikileaks.org—An Online Reference to Foreign Intelligence Services, Insurgents, or Terrorist Groups?“, Army Counterintelligence Center, 18 March 2008, p. 3f.

Womöglich könnte versucht werden das Vertrauen in Wikileaks durch eine Schmierenkampagne zu erschüttern. Die Vergewaltigungsvorwürfen an Julian Assange am Freitag, 20.08.2010 könnten Anzeichen eines solchen Vorgehens sein, auch wenn die Beschuldigungen einen Tag später wieder fallen gelassen wurden.

Was die Schweiz betrifft, musste sich bis jetzt insbesondere die Bank Julius Bär mit Wikileaks herumschlagen. Wikileaks publizierte im Februar 2008 hunderte bankinterne Dokumente, welche aufzeigen sollen, wie Julius Bär Kunden geholfen haben soll über die Kaimaninseln Steuer zu hinterziehen und Geld zu waschen. Martin Somogyi, Sprecher der Bank Julius Bär in Zürich sagte, dass die Dokumente teilweise gefälscht, teilweise echt seien (vgl.: Thomas Thiel, “Diese Dokumente bergen Sprengstoff“, Frankfurter Allgemeine, 06.03.3008). Die Bank wollte gegen die Veröffentlichung dieser firmeninternen Daten rechtlich vorgehen und lies die Adresse von Wikileaks.org in den USA sperren. Dieses Vorgehen stellte sich jedoch als höchst kontraproduktiv heraus, weil damit das Thema erst recht von den Medien aufgegriffen wurde (Streisand-Effekt). Schliesslich liess Julius Bär das Verfahren gegen Wikileaks einstellen. Ich bin gespannt wie lange wir warten müssen, bis auch Dokumente von der Schweizer Regierung bei Wikileaks auftauchen werden (beispielsweise über den geplanten Einsatz des AAD 10 zur Geiselbefreiung in Libyen).

WikiLeaks will not comply with legally abusive requests from Scientology any more than WikiLeaks has complied with similar demands from Swiss banks, Russian offshore stem-cell centers, former African kleptocrats, or the Pentagon. — Julian Assange zitiert in Raffi Khatchadourian, “No Secrets“, The New Yorker, 07.06.2010.

Weitere Informationen

  • Ein erweiterter Einblick in die Funktionsweise von WikiLeaks, wie gefahrlos vertrauliche Informationen veröffentlicht werden können und mit welchen Neuerungen Wikileaks Release 1.0 aufwarten soll: Jakob Kranz, Frank Rosengart, Daniel Schmitt, “Wikileaks“, Chaosradio 149, 26.08.2010.
  • Wikileaks ist an der Icelandic Modern Media Initiative beteiligt, welche günstige juristische Voraussetzungen für investigativen Journalismus in Island schaffen soll. Mit der Zustimmung des Parlaments am 16. Juni 2010 begann die Erarbeitung der entsprechenden Gesetze.

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For U.S., Pakistan Flooding an Opportunity

U.S. military photo.

U.S. military photo.

by DAVID AXE

The heavy rains in Pakistan’s restive Swat Valley began in late July and didn’t let up for weeks. Flooding and landslides killed at least 1,500 people and displaced 4 million in the worst natural disaster to strike Pakistan in years.

The U.N. called for $500 million in foreign assistance for flood victims. The U.S. pledged $150 million. Great Britain offered $100 million. “It’s not bad for a normal disaster, but this isn’t a normal disaster,” U.N. aid chief John Holmes said of the pace of donations.

Money aside, America’s greatest contribution has been military in nature. The Pentagon has seized on the flood relief efforts as an opportunity to win hearts and minds in a region of Pakistan that has long harbored Islamic extremists and helped fuel the fighting in Afghanistan. “When you’re hungry, it’s hard to be angry at someone bringing you food,” Marine Captain Paul Duncan explained.

The Americans came from two directions starting on Aug. 5. From Afghanistan, the U.S. Army deployed four CH-47 and two UH-60 helicopters to Pakistan’s Ghazi air base. In a week, the six choppers evacuated 3,000 survivors and hauled 160 tons of supplies. On Aug. 11, a U.S. Navy amphibious group sailing the Indian Ocean launched at least seven helicopters to replace the Army birds, which were needed for combat operations back in Afghanistan.

The maritime contingent included four CH-53Es from the Marine air group and three Navy MH-53E minehunters stripped of their mine gear. The American force is capable of evacuating as many as 1,000 people per day while also bringing in tons of supplies. The H-53 is the West’s most powerful helicopter.

Weather has slowed the air operations, Army Brig. Gen. Mike Nagata said on Aug. 13. “We actually sent some helicopters in there to do a reconnaissance of the weather conditions in Swat. But what the pilots reported to us is that the weather was simply too bad up at that altitude within that valley for us to risk putting the bigger cargo helicopters in there. So we’re just going to have to be patient and wait for a break in the weather.”

The reinforcements boosted the efforts of Pakistan’s overwhelmed armed forces. “They’ve got large helicopters that can carry a lot of people and large amounts of relief supplies,” one officer said. “Our helicopters are too small.” U.S. aircraft and pilots are also better equipped for operations in poor weather and at night.

It’s not clear yet whether the relief efforts will help turn the tide of Pakistani sentiment. It’s not without precedent. The tsunami that killed 170,000 people in Aceh,  Indonesia, also devastated the indigenous Free Aceh Movement rebellion. The government and rebels agreed to ceasefire to allow aid to flow into the region; that ceasefire turned into a permanent agreement. “Because of the tsunami, we had to stop and work together. God gave us this peace,” one resident said.

Swat is not Aceh, and the scale of the U.S. effort in Pakistan pales compared to the surge in assistance that followed the tsunami. Still, there’s reason to hope that nature’s merciless onslaught will force Pakistanis and Westerners to forge a lasting peace.

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Innere Sicherheit der Schweiz 2009/2010

Seit dem 1. Januar 2010 existiert der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) welcher den Schweizer Auslands- und Inlandsnachrichtendienst unter einer Organisation zusammenfasst und dem Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) unterstellt ist. Jährlich publizierte der Dienst für Analyse und Prävention (DAP, ehemaliger Inlandsnachrichtendienst) mit dem Bericht innere Sicherheit der Schweiz eine hervorragende Lagebeurteilung der aktuellen Bedrohungslage innerhalb der Schweiz. Unter dem Titel “Sicherheit Schweiz – Jahresbericht 2009 des Nachrichtendienstes des Bundes” wird diese Publikation unter dem NDB weitergeführt. Er konzentriert sich jedoch stärker auf strategische, potentiell staatsgefährdende Bedrohungen, weshalb der Bereich der Organisierte Kriminalität im Bericht kaum angesprochen und stattdessen im Jahresbericht des Bundesamtes für Polizei behandelt wird. Um trotzdem ein möglichst aktuelles und umfangreiches Bild der Inneren Sicherheit der Schweiz aufzuzeigen, werden in diesem Artikel deshalb die Erkenntnisse beider Berichte berücksichtigt.

Übersicht über die Operationsgebiete und Ableger der al-Qaida

Übersicht über die Operationsgebiete und Ableger der al-Qaida

Als Kern-al-Qaida definiert der NDB die wenigen verbleibende Begründer der al-Qaida mit rund einem Dutzend Vertrauensleuten, welche versuchen mit lokalen Gruppierungen in Afghanistan und Pakistan zusammenzuarbeiten und durch Propaganda bestrebt sind, ein Bild eines weltweiten Terrornetzwerkes aufrechtzuerhalten. Im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet werden nach wie vor in Trainingscamps der Islamic Jihad Union (IJU) und der Islamischen Bewegung Usbekistan (IBU) Kämpfer militärisch und ideologisch ausgebildet. Auch wenn die Kern-al-Qaida wiederholt ein Interesse am Besitz und Einsatz von Massenvernichtungswaffen äusserte, beurteilt der NDB diese Bedrohung in absehbarer Zeit als gering. Die Al-Qaida im Maghreb (AQIM) steht insbesondere durch algerische Sicherheitskräfte unter Druck, was ihren Handlungsspielraum einschränkt. Operativ war die AQIM 2009 insbesondere im Westen von Mauretanien, in Mali und im Westen von Niger mit Anschlägen und Entführungen aufgefallen. Dies liegt insbesondere an der fehlenden staatlichen Kontrolle dieser Gebiete. In Nordalgerien, wo der Druck auf die AQIM am stärksten ist, konzentrierten sich ihre Kämpfer auf zahlreiche gezielte Angriffe und Überfälle auf Repräsentanten des algerischen Staates. Der AQIM gelange jedoch kein erfolgreicher Angriff auf ausländische bzw. westliche Ziele in Algerien. Im Januar 2009 wurde mittels einer Videobotschaft verkündet, dass sich die al-Qaida im Jemen mit saudischen Dschihadisten zur al-Qaida auf der arabischen Halbinsel (AQAH) zusammengeschlossen habe, die Anschlagsfrequenz erhöhte sich jedoch nicht. Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass das US-amerikanische Militär ihren versteckten Kampf gegen den Terrorismus unter anderem in der Maghreb-Gegend und in Jemen verstärkt. John O. Brennan, stellvertretender nationaler Sicherheitsberater für Homeland Security sieht das Vorgehen gegen die AQAH in Jemen als Test der neuen “Skalpell-Strategie” bei der gezielten Schläge und verdeckte Operationen die AQAH schwächen soll. Ein US-amerikanischer Luftschlag am 25. Mai 2010 gegen Mitglieder der AQAH
Attacking Al Qaeda in Yemen by The New York Times

Attacking Al Qaeda in Yemen by The New York Times

töte jedoch versehentlich auch den stellvertretenden Gouverneur der jemenitischen Provinz Marib, der Mitglieder der AQAH zum Gewaltverzicht überzeugen wollte – so machen sich die USA natürlich keine Freunde (vgl.: Scott Shane, Mark Mazzetti und Robert F. Worth, “Secret Assault on Terrorism Widens on Two Continents“, New York Times, 14.08.2010). Für die al-Qaida gewinnt Somalia als Schauplatz des gewalttätigen Dschihads an strategischer Bedeutung. In Europa nahmen die Zahl von Personen, die sich zwecks Teilnahme am gewalttätigen Dschihad nach Somalia begaben, und die Zahl von Finanzierungs- und Logistiknetzwerken zu. Dieser Trend wird mit grosser Wahrscheinlichkeit anhalten und es ist davon auszugehen, dass Somalia für angehende Kämpfer zu einem der wichtigsten Schauplätze werden wird. Wie in den vorangegangenen Jahren ist die Schweiz kein Hauptziel des dschihadistischen Terrorismus, es gibt jedoch Hinweise, dass die Schweiz nach wie vor als Ruhe- und Vorbereitungsraum missbraucht wird. Beispielsweise wurde am 8. Oktober 2009 ein französischer Physiker algerischer Abstammung verhaftet, der im Internet in islamistischen Foren und Webseiten aktiv war sowie Kontakte zur AQIM unterhielt. Er arbeitete im CERN und war zudem an der ETH Lausanne Lehrbeauftragter, hatte jedoch keinen Zugriff auf sensible Bereiche. Hinweise auf Planung oder Vorbereitung von Terrorakten mit Beteiligung von in der Schweiz ansässigen Personen gab es keine. Von insgesamt 896 Verdachtsmeldungen an die Meldestelle für Geldwäscherei (MROS) hatten nur zwei Fälle einen Bezug zur Terrorismusfinanzierung, wobei sie mit 9’500 SFr kaum ins Gewicht fielen. Die Annahme der Initiative gegen den Bau von Minaretten akzentuierte die Bedrohungslage für die Schweiz nur geringfügig. Das liegt insbesondere darin, dass die Salafisten Minarette – anders als die gemässigte Mehrheit der Muslime – als unislamische Neuerung ablehnen. Sollte es jedoch gelingen die Schweiz als “Feindin des Islams” zu propagieren, würde die Wahrscheinlichkeit von gewaltextremistischen Übergriffen zunehmen.

Ein Stück hochangereichertes Uran

Ein Stück hochangereichertes Uran

Im Kampf gegen die Proliferation konnte Ende Januar 2009 Dank Überprüfung von Visaanträgen für die Schulung einer pakistanischen Delegation bei einer Schweizer Firma eine pakistanische Tarnfirma identifiziert werden, die in der Beschaffung zugunsten des pakistanischen Lenkwaffenprogramms tätig war. Anfangs Juni 2009 wurde ausserdem bekannt, dass eine Schweizer Firma eine Schubzentrifuge an eine syrische Firma exportieren wollte. Die syrische Firma gab an, dass sie als Vermittlerin für eine syrisches Pharmaunternehmen agiere. Abklärungen ergaben jedoch, dass der effektive Empfänger ein Forschungslabor war, das im syrischen Lenkwaffenprogramm tätig ist. Die Lieferung konnte vorläufig blockiert werden. Wegen der Lieferung von für Trägersysteme relevanten Gütern in den Iran wurde am 26. März 2009 der Geschäftsführer einer Schweizer Firma vom Bundesstrafgericht zu einer bedingten Geldstrafe sowie zu einer Busse verurteilt. Die Lieferung wurde zum Teil über Malaysia und Hongkong abgewickelt. Am 26. Oktober 2009 wurde dieses Urteil jedoch vom Bundesgericht wegen fehlenden prozessualen Voraussetzungen einer Meldepflicht wieder aufgehoben.

Im Bereich der Organisierten Kriminalität sind in der Schweiz insbesondere Gruppierungen aus der GUS, aus Georgien, Südosteuropa, Westafrika und Italien von Bedeutung. Gruppierungen aus Westafrika, Georgien, Ost- und Südosteuropa sind schwergewichtig in der Basiskriminalität (Drogenhandel, Einbrücken und Raub) aktiv. Gruppierungen aus der GUS und Italien benutzen die Schweiz eher für logistische Zwecke, zur Geldwäscherei oder als Rückzuggebiet. Wegen der Finanzkrise weitete der russische Staat seinen Einfluss auf die ertragsstärksten Wirtschaftszweige aus, was den Druck auf russische Wirtschaftskriminelle verstärkte und sie teilweise zur Verlagerung ihrer Geschäfte ins Ausland zwang. Deshalb versuchen sich immer wieder Personen aus der GUS mit mutmasslichen Kontakten zur Organisierten Kriminalität in der Schweiz niederzulassen. Zahlreiche Rohstoffhandelsfirmen aus der GUS sind in der Schweiz angesiedelt, was ein beträchtliches Geldwäschereirisiko darstellt, da der oft intransparente Rohstoffsektor der GUS für seine Nähe zur Organisierten Kriminalität bekannt ist. Dieses Risiko wird in den nächsten Jahren anhalten.

Der Schweizer Heroinmarkt wird von ethnisch-albanischen kriminellen Gruppen dominiert, deren clanartigen Strukturen sich über mehrere europäische, asiatische und amerikanische Staaten erstrecken. Sie betätigen sich auch im Menschenhandel und -schmuggel. 2009 gehörten Kosovaren zu den am häufigsten in die Schweiz geschleusten Personengruppe. Aber auch serbische und montenegrinische kriminelle Organisationen konnten ihre wichtige Rolle im Bereich des illegalen Betäubungsmittelhandels behaupten. Das Gewaltpotenzial dieser Gruppierungen in der Schweiz ist gross. Die international tätige Diebesbande “Pink Panther” setzt sich mehrheitlich aus serbische und montenegrinische Kriminellen zusammen, welche in den vergangenen zehn Jahren 120 Bijouterien überfallen hatten.

Gefahren aus dem strategischen Umfeld und direkte Bedrohungen und Gefahren für die Schweiz gemäss NDB

Gefahren aus dem strategischen Umfeld und direkte Bedrohungen und Gefahren für die Schweiz gemäss NDB

Westafrika ist seit rund fünf Jahren eine der wichtigsten Transitzonen für südamerikanisches Kokain. Rund 25-40% des Kokains für Westeuropa wird auf diesem Transitweg geschmuggelt. In der Schweiz sind insbesondere nigerianische kriminelle Netzwerke in allen Drogenmärkten aktiv. Die Zahl der afrikanischen Staatsangehörigen, die in der Schweiz wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz verhaftet wurden, nahm in den letzten Jahren stark zu. Zoll und Polizei haben 2009 insgesamt 560 Kilogramm Kokain sichergestellt – ein Wert auf Rekordniveau. Seit Juni 2009 nehmen die westafrikanischen kriminellen Netzwerke verstärkte die Dienste osteuropäischer und vom Balkan stammender Kuriere in Anspruch. Dies war eine Folge zunehmender Verhaftungen in der Schweiz und der damit verbundenen Schwierigkeit aus Afrika stammende Personen für Kurierdienste zu rekrutieren. Dies zeigt, dass die Schweiz trotz Erfolge bei der Bekämpfung des Kokainhandels weiterhin mit diesem Problem konfrontiert sein wird.

Die aus Italien stammende Organisierte Kriminalität ist durch eine hohe internationale Verflechtung gekennzeichnet. Die ‘Ndrangheta arbeitet beispielsweise mit kolumbianischen Kokainhändlern zusammen , die Camorra ist mit chinesischen kriminellen Organisationen bei der Herstellung und beim Vertrieb von gefälschten Waren in Europa verbündet. Die ‘Ndrangheta und die Cosa Nostra sind in Norditalien und dem Grenzgebiet zum Tessin und dem Wallis etabliert. Im Oktober 2009 hat das Bundesstrafgericht einen im Tessin wohnhaften Drogenhändler wegen Zugehörigkeit zu einer kriminellen Organisation zu einer Haftstrafe von 10 Jahren verurteilt (vgl.: “Hohe Strafen im Kokainprozess“, 20 Minuten, 14.10.20009). Die kriminellen Organisationen aus Italien begehen in der Schweiz hauptsächlich Geldwäscherei und nutzen sie als Rückzugsgebiet für gesuchte Mitglieder. Auf Grund eines entschiedenen Vorgehens der italienischen Behörden stehen kriminelle Gruppierungen in Italien zunehmend unter Druck, was zu einer Verlagerung der Aktivitäten in die Schweiz führen kann.

Dem NDB gemeldete rechtsextrem motivierte Ereignisse seit 2004 (ohne Schmierereien)

Dem NDB gemeldete rechtsextrem motivierte Ereignisse seit 2004 (ohne Schmierereien)

Die Anzahl der rechtsextrem motivierten Taten blieb auf tiefem Niveau, wobei jedoch im Vergleich zum Vorjahr die Gewalttaten von 24 auf 32 sowie die politischen Veranstaltungen von 15 auf 23 leicht zugenommen haben. Abgenommen hat die Anzahl der rechtsextremen Konzerte (von 15 auf 8). Der harte Kern der rechtsextremen Szene wird durch rund 1’200 Personen gebildet an welchem rund 600 Mitläufer lose gebunden sind. Die Partei National Orientierter Schweizer (PNOS) ist die aktivste rechtsextreme Schweizer Organisation. Die Schweizerischen Hammerskins (SHS) und Blood & Honour Schweiz (B&H) fungieren als Dachorganisationen zweier konkurrierender Richtungen in der rechtsextremen Szene, wobei insbesondere B&H zur Gewalt neigt. In gesamt Europa blieb die Gewaltanwendung durch Rechtsextreme auf relativ tiefem Niveau und konzentriert sich insbesondere auf Konfrontationen mit Linksextremen, Ausländern und Homosexuellen – eher wenige gewalttätige Vorfälle waren gegen die jüdische Gemeinschaft gerichtet. In der Schweiz blieb die rechtsextreme Szene in den letzten Jahren weitgehend stabil und dies wird wahrscheinlich auch so bleiben.

Dem NDB gemeldete linksextrem motivierte Ereignisse seit 2004 (ohne Schmierereien)

Dem NDB gemeldete linksextrem motivierte Ereignisse seit 2004 (ohne Schmierereien)

Die linksextrem motivierten Taten liegen mit 220 Ereignissen im Vergleich zu den rechtsextremen rund 2,5 Mal höher, wobei 127 davon gewalttätig waren. Der NDB geht davon aus, dass die Anzahl der linksextrem motivierten Taten langfristig eher zu- anstatt abnehmen werden. Das Weltwirtschaftsforum (WEF) als Mobilisierungsgrundlage für linksextreme Globalisierungsgegner verlor jedoch weiter als Anziehungskraft, so dass ihnen 2009 keine national koordinierte Aktionen mehr gelang. Auffallend war insgesamt die Zuname von Brandstiftungen an Fahrzeuge der Ober- und Luxusklasse (32, im Vorjahr waren es noch 23), darunter auch solche von Exponenten der Schweizerischen Volkspartei (SVP). Aus Sicht der Täterschaft stellen Brandstiftung eine risikoarme, kostengünstige, spektakuläre und deshalb medienträchtige Aktionsform dar. Dabei wird auch die Gefährdung Unbeteiligter in Kauf genommen. Gemäss NDB können die wenigen Dutzend gewaltbereiten Schweizer Tierrecht-Extremisten teilweise zur linksextremen Szene zugerechnet werden. Im April 2010 wurde von der Polizei ein Sprengstoffanschlag gegen ein im Bau befindliches Nano-Technologie-Labor von IBM in Rüschlikon verhindert, wobei ein in Italien lebender Schweizer und zwei italienische Staatsbürger verhaftet wurden (vgl.: Johannes von Dohnanyi, “Anschlag auf IBM Schweiz vereitelt“, Blick, 25.04.2010). Am aktivsten war die Organisation Stop Huntingdon Animal Cruelty (SHAC) welche insbesondere die Firma Novartis, deren Mitarbeiter und deren CEO, Daniel Vasella im Fokus hatte. Ende Juli 2009 schändeten Unbekannte in Chur zwei Gräber der Familie Vasella und entwendete aus einem der Gräber eine Urne. Anfangs August 2009 wurde im österreichischen Bach ein Brandanschlag auf das Jagdhaus Vasellas verübt.

Gewalttaten in Verbindung mit Sportveranstaltungen haben mit 110 Ereignissen im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Betroffen waren hauptsächlich Fussball- und Eishockeyveranstaltungen der beiden höchsten Schweizer Ligen, wobei Fussballveranstaltungen stärker betroffen waren. In der Schweiz sind schätzungsweise 350 Hooligans mit hoher Gewaltbereitschaft und in Verbindung damit rund 1’500 bis 2’000 gewaltbereiten Personen aktiv, was im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme bedeutet. So genannte Risikofans sind praktisch ausnahmslos männlich und zwischen 15 und 35 Jahre alt, wobei die grösste Gruppe die 19- bis 24-Jährigen ausmachen. Gesamtschweizerisch stehen an Wochenende bis zu 900 Polizisten bei Sportveranstaltungen im Einsatz, was die polizeiliche Grundversorgung an diesen Wochenenden nachteilig beeinflusst. Mittlerweile sind in der HOOGAN-Datenbank 797 Personen erfasst (im Vorjahr waren es noch 506), gegen welche anlässlich einer Sportveranstaltung in der Schweiz ein Rayon- oder Stadionverbot, eine Meldeauflage, ein maximal 24-stündiger Polizeigewahrsam und/oder eine Ausreisebeschränkung verfügt worden ist.

Hauptquellen

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Comic Books Invade Afghanistan

THE 'STAN

by DAVID AXE

In World War II, we had Bill Mauldin, a U.S. Army sergeant who depicted the travails of frontline troops in a comic strip for the military’s Stars and Stripes newspaper. In the 1990s, writer-artist Joe Sacco continued Mauldin’s tradition with a series of graphic novels about the wars in Palestine and the Balkans. In 2005 and 2006, Sacco turned his attention to the Iraq war.

By then, a legion of comics creators had joined in — including, well, me. Comics, once dominated by superheroes in tights, had grown up just a little. Today, the Afghanistan conflict is the major focus.

This year has seen an explosion of war comics. My new graphic novel War is Boring, published last week by New American Library, recounts my experiences with the Dutch army in Uruzgan province in 2007. In March, I dragged acclaimed comics artist Greg Scott to Kunar province for an embed with the U.S. Army’s 173rd Airborne Brigade. Greg’s art, seen above, forms the basis of a new graphic novel that’s just now taking shape.

Meanwhile, Ted Rall, an incendiary contrarian cartoonist, is crossing Afghanistan from north to south on his third trip to the country since 2001. This time, he’s aiming to “see what has changed and how life is going for Afghans, especially those in the remote provinces in the southwest where Western reporters never venture.” Every day, he sketches out and colors a few rough panels, fires up his satellite modem and uploads the cartoon to his Website.

In coming days, Matt Bors, the artist on War is Boring, will join Ted on his dangerous trek. “I will be posting sketches, comics and such to my Website as well as lining up some longer work when I get back,” Bors told an interviewer.

The confluence of war and comics is not new — and not unique to American journalists and commercial artists. Sequential art has long had close ties to many of the world’s worst places, where illiteracy poses a challenge to journalists, aid groups, armies and anyone else with a message. In Afghanistan last March, Greg and I accompanied a newly-formed team of Afghan commandos on a hearts-and-minds mission near Kabul. To win over skeptical villagers, the commandos handed out crude comic books depicting the commandos kicking down doors, arresting Taliban fighters and making nice to civilians.

As far as propaganda goes, it was pretty cool.

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Gesperrt, gefiltert, abgeklemmt

Wie einige aufmerksame Leser vielleicht bemerkt haben, ist offiziere.ch wieder in einem reduzierten Modus bei dem neue Artikel etwas rar gesät sind. Dies liegt weniger an den Sommerferien, sondern an meinem momentanen Arbeitsaufkommen. Aber keine Angst, in einigen Wochen sollte die Anzahl der Artikel wieder zunehmen – einige sind bereits in Vorbereitung. In der Zwischenzeit möchte ich noch auf ein etwas älteres aber nicht minder interessantes Video des “Elektrischen Reporters” verweisen, in dem eindrücklich aufgezeigt wird, wie Zensur schleichend auch in den “offenen” europäischen Staaten an Boden gewinnt.

Die Tage des freien Surfens im Internet könnten bald vorüber sein. Länder wie China oder Iran überwachen bereits heute schon jeden Klick ihrer Bürger und stellen Vorschriften auf, welche Seiten diese aufrufen dürfen und welche nicht. Aber auch in Europa ist die Bewegungsfreiheit im Web in Gefahr. In Frankreich können mittlerweile Nutzer mit einem Surfverbot bestraft werden, wenn sie dreimal beim illegalen Musiktausch erwischt werden. In Deutschland sollten durch das so genannte Zugangserschwerungsgesetz virtuelle Stopp-Schilder vor kinderpornographischen Inhalte errichtet werden. Auch wenn dieses Gesetz vorläufig auf Eis liegt: Kritiker dieser Regelung befürchten, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis andere unliebige Inhalte wie Computer- oder Glücksspiele zensiert werden. Derweil tagen die hinter verschlossenen Türen die führenden Wirtschaftsnationen zum Thema “geistiges Eigentum” – auf ihrer Tagesordnung stehen auch Netzsperren bei Urheberrechtsverstössen. Der Elektrische Reporter über Zensurmassnahmen und ihre Folgen. — “Gesperrt, gefiltert, abgeklemmt: Das unfreie Netz“, Elektrischer Reporter, 22.01.2010.

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The Coming “Cloud” Concept for Air Power

Predator C

Predator C. General Atomics photo.

by DAVID AXE

On July 26, U.S. defense firm Northrop Grumman announced it had won a $46-million contract from the U.S. Defense Advanced Research Projects Agency to “develop, test and field-demonstrate a net-centric architecture system that enhances warfighters’ awareness of the surrounding battlefield environment.”

The system, Heterogeneous Airborne Reconnaissance Team (HART), is designed to autonomously manage a mix of manned and unmanned aircraft and sensors, and distribute actionable intelligence, surveillance and reconnaissance (ISR) information on demand to soldiers in the field.

HART is the first step toward what Massachusetts Institute of Technology roboticist Missy Cummings has described as the “cloud” concept for drones. The concept can be expanded to also include manned aircraft.

For the first century of air warfare, a single point-to-point sortie by a pair or four-ship of aircraft — to drop a bomb, say, or take pictures of an enemy target — was the most important metric for air power. With the spread of long-endurance unmanned aircraft in the last decade, the “orbit” — a nonstop rotation of aircraft over a specified area — has begun to supplant the sortie. Commanders ask not how many sorties they can generate, rather how many orbits they can establish.

Expanding the orbit concept to include more aircraft over a larger area gives rise to the cloud. The way Cummings explained it, a soldier on the ground or a commander in his headquarters will request a particular “service” — an air strike, a period of surveillance or air-defense or even the delivery of small quantities of supplies. The cloud will shift to render the appropriate aircraft at the appropriate time, while continuing to shed exhausted craft and add new ones in order to maintain its overall size, diversity and resilience.

The cloud will depend on a reliable, highly autonomous, open command-and-control architecture with appropriate handheld interfaces for ground forces — something Northrop’s HART should deliver, according to a company release:

The HART system will enable warfighters to use handheld computers to request full-motion video of area of interests such as suspected enemy positions or hostile territory. HART can either dynamically retrieve the required information from a catalog of geo-registered images or direct aircraft and/or sensors to collect updated target information. HART can manage aircraft in either a fully autonomous mode, where HART fully controls both the aircraft and its payload; a semi-autonomous mode where HART controls the payload but not the aircraft; or a manual mode, where HART merely processes video from an aircraft. Requested information is displayed on a soldier’s handheld device.

U.S. air power is undeniably moving toward a cloud rubric, but some officers have questioned its ability to function in highly-defended airspace against an enemy that can destroy or disrupt communications satellites. A cloud dominated by Unmanned Air Systems could be particularly vulnerable, outgoing U.S. Air Force Europe commander Gen. Roger Brady warned last week. “In contested airspace — a more plausible scenario for future conflicts — today’s UAS would be extremely vulnerable,” Brady said. Data-links between aircraft and ground troops are “easily interrupted,” he added.

For that reason, the military must “harden” its command-and-control links by adding redundancy and encryption, while also designing drones that are more autonomous. The Army and Air Force began improving data-link encryption late last year when they discovered that Iraqi insurgents had been intercepting drone video feeds.

That plus higher performance and stealthy characteristics could render the cloud effective even against well-armed enemies. U.S. industry, the Navy and Air Force are already experimenting with a wide range of fast, high-flying, stealthy UAVs, including the RQ-170, the X-47, the X-45 and the Avenger. The Navy and Air Force both have formal programs to field high-performance drones in the coming decade.

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